Ausstellung zur NS-„Euthanasie“ vor dem „Tor des Todes“ des ehemaligen Konzentrationslagers Auschwitz II-Birkenau

Foto: Der Pinel Verbund / Pinel-T4-Ausstellung

Berlin, 26.04.2018 – Am 8. Mai, um 13 Uhr findet die Eröffnung der Pinel-T4-Ausstellung „Die nationalistischen ‚Euthanasie‘-Morde in Deutschland und Europa“ im Tourist Information Center von Oswiecim-Brzezinka / Polen statt. Das Tourist Information Center befindet sich 150 m vor dem „Tor des Todes“ des ehemaligen Vernichtungslagers Auschwitz II-Birkenau. Die Ausstellung dauert bis zum 16. Juni 2018 und wird mit Unterstützung des Staatlichen Museums Auschwitz-Birkenau durchgeführt. Die Ausstellungsräume stehen der interessierten Öffentlichkeit während der Öffnungszeiten des Tourist Information Center (Montag bis Freitag von 10 bis 17 Uhr) offen. … mehr

Therapiehündin Lotta hilft psychisch beeinträchtigten Menschen

Foto: Der Pinel Verbund / Therapiehündin Lotta

Berlin, 09.03.2018 – Die Sozialarbeiterin der Pinel gGmbH, Katrin Müller, arbeitet am Pinel-Standort Buch als Bezugsbetreuerin von psychisch erkrankten Menschen. Ihr wichtigstes Hilfsmittel ist dabei ihre 7½-jährige Hündin Lotta – ein Mix aus Border Collie und Golden Retriever.

Das „Hundeprojekt“ richtet sich an alle Klient*innen der Pinel gGmbH. Hierbei handelt es sich um zwei Formen der tiergestützten Intervention. Zum einen um die sehr niederschwellig angelegte tiergestützte Aktivität, die durch den natürlichen Kontakt zwischen Mensch und Tier zur allgemeinen Steigerung der Lebensqualität beitragen kann. Und zum anderen um tiergestützte Pädagogik, bei der gezielt Lernprozesse initiiert werden, welche die emotionale und soziale Kompetenz verbessern können.

„Klient*innen mit Angststörungen erleben zum Beispiel durch das Führen, Spielen und Trainieren mit Lotta, dass sie den Alltag beeinflussen und kontrollieren können“, berichtet Katrin Müller. … mehr

Vortrag in Berlin: Prof. Sandra Steingard fordert eine Abkehr von einer zunehmend industrialisierten zu einer „langsamen“ Psychiatrie, die sich Zeit nimmt für die Entfaltung von Sinn und Beziehung

Am 28. Februar hielt die US-amerikanische Psychiaterin und Versorgungsforscherin Prof. Sandra Steingard im Pinellodrom, dem Kultur- und Veranstaltungszentrum des Pinel Verbundes, einen Vortrag zum Thema „Slow Psychiatrie“.

Foto: Der Pinel Verbund / Prof. Sandra Steingard bei der Vortragsveranstaltung im Pinellodrom

Frau Steingard diskutierte zunächst die Spannung zwischen einer krankheitszentrierten und einer medikamentenfokussierten Perspektive. Im einen Fall steht die Krankheit im Mittelpunkt und das Medikament wird nur in seiner Wirkung auf die Krankheit in Augenschein genommen. Im anderen Fall konzentriert man sich auf Wirkungen (und besonders die nicht gewünschten Nebenwirkungen) von Medikamenten und ihre Folgen für Gesundheit, Leben und Lebensqualität des Medikamenten­konsumenten. „Die Einnahme von Medikamenten kann dazu führen, dass Menschen weniger Antriebe haben. Sie sind weniger geneigt zu arbeiten oder Freundschaften zu pflegen“, sagte Frau Steingard. Diese Effekte könnten Frau Steingard zufolge eine Langzeitwirkung entfalten. Bei Klienten, die Medikamente reduzierten oder absetzen, könne es zwar zu Rückfallerscheinungen kommen, gleichzeitig zeigen aber viele Studien, dass vorsichtige Medikation, sensible Reduktion bis hin zum völligen Ausstieg mit einer wesentlich höheren Recovery-Rate, Beziehungsqualität und größeren Arbeitsmarktchancen einhergehen. … mehr

Fachtagung und Mitgliederversammlung des Vereins „Experten durch Erfahrung in der Psychiatrie – EX-IN Deutschland e.V.“

Foto: Dr. Thomas Floeth, Geschäftsführer von Pinel Netzwerk

Berlin, 27.02.2018 – Am 26. und 27. Februar findet in Berlin eine bundesweite Fachtagung, verbunden mit der Mitgliederversammlung des Vereins „Experten durch Erfahrung in der Psychiatrie – EX-IN Deutschland e.V.“ statt. Der Geschäftsführer von Pinel Netzwerk, Dr. Thomas Floeth, ließ in seinem Vortrag die vergangenen 13 Jahre der Zusammenarbeit zwischen seiner Organisation und Experten-aus-Erfahrung Revue passieren. Er ging dabei insbesondere auf die Betreuungsbegleiter*innen bei Pinel Netzwerk ein.

„Menschen mit Psychiatrieerfahrung, die gelernt haben, diese produktiv für psychische Menschen fruchtbar zu machen, bieten Klient*innen Orientierung“, sagte Thomas Floeth. Psychiatrieerfahrene und Angehörige seien zudem hervorragend geeignet, um in multiprofessionellen Teams selbst aktiv an der Versorgung mitzuwirken. „Expert*innen durch Ausbildung und Expert*innen durch Erfahrung gehen bei uns in gegenseitigem Respekt und Wertschätzung miteinander um. In Teams, in denen Expert*innen aus Erfahrung integraler Bestandteil sind und auf Augenhöhe mitarbeiten, kann sich eine deutlich andere Kultur der Zusammenarbeit wie der Leistungserbringung etablieren, bei der Klient*innen wie selbstverständlich als Expert*innen in eigener Sache gesehen werden,“ führte der Geschäftsführer von Pinel Netzwerk aus. Bei der Versammlung waren 60 Teilnehmer*innen aus dem gesamten Bundesgebiet vertreten.

Ergotherapie – Florakiez: Zurück in einen funktionierenden Alltag

Foto: Der Pinel Verbund

Die Zahl psychischer Erkrankungen steigt kontinuierlich an. Ergotherapie kann zwar psychiatrische Störungen nicht beseitigen, sie hilft aber Krankheitsfolgen zu bewältigen. „In unsere Praxis kommen Menschen, die unter Depressionen, Traumafolgestörungen, Psychosen, Persönlichkeitsstörungen und Ängsten leiden“, sagt Elena Reppin, Leiterin der Ergotherapie-Florakiez. „Bei den Behandlungen geht es uns aber nicht um Krankheitsbilder, sondern um unsere Patienten. Ihnen helfen wir, ihre Fähigkeiten und Stärken neu oder wieder zu entdecken“, erläutert die Pinel-Mitarbeiterin.

Nicht selten ergreift das Umfeld der Erkrankten die Initiative und kümmert sich um professionelle Hilfe. … mehr

Kranzniederlegung im Gedenken an die Opfer der NS – „Euthanasie“

Foto: Der Pinel Verbund. Verena Bentele, die Beauftragte der Bundesregierung für die Belange von Menschen mit Behinderungen

Berlin, 31.01.2018 – Heute fand am Gedenk- und Informationsort für die Opfer der nationalsozialistischen „Euthanasie“-Morde in der Tiergartenstraße 4 die Kranzniederlegung im Gedenken an die Opfer der „Euthanasie“-Verbrechen statt. In der Tiergartenstraße 4 planten die Nationalsozialisten in den Jahren 1940 und 1941 im Rahmen der sogenannten „T4-Aktion“ die systematische Zwangssterilisierung und Ermordung von Menschen mit geistigen Behinderungen und psychischen Erkrankungen.

Foto: Der Pinel Verbund

Verena Bentele, die Beauftragte der Bundesregierung für die Belange von Menschen mit Behinderungen, sprach in ihrer Rede vom Gedenken, das Erinnerung wachhalten soll. „Für die Pinel gGmbH, die sich durch die T4-Ausstellung mit den Verbrechen der Nationalsozialisten auseinandersetzt, ist es eine Aufgabe und Verpflichtung, sich den Stigmatisierungen und Vorurteilen gegenüber den Menschen mit psychischen Erkrankungen entgegenzustellen“, so Michael Gollnow, Kurator der Pinel-T4-Ausstellung.

 

Tag des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus

Berlin, 26.01.2018 – Der Gedenktag an die Opfer des Nationalsozialismus wird in Deutschland seit 1996 begangen und erinnert an die Befreiung der Überlebenden des Konzentrationslagers Ausschwitz-Birkenau durch die Soldaten der Roten Armee am 27. Januar 1945. Zu den Opfern des NS-Regimes zählen Juden, Sinti und Roma, Menschen mit Behinderung, Homosexuelle, Christen, politisch Andersdenkende, Widerstandskämpfer*innen, Wissenschaftler*innen, Künstler*innen, Journalist*innen, Kriegsgefangene und Deserteure, Greise und Kinder an der Front, Zwangsarbeiter*innen sowie Millionen Menschen, die unter der NS-Herrschaft entrechtet, verfolgt und ermordet wurden. „An diesem Tag erinnern wir an die Verantwortung unserer Gesellschaft im Kampf gegen Rassismus, Antisemitismus und Intoleranz“, so Bernd Gander, Geschäftsführer der Pinel gGmbH.

Die Ausstellung der Pinel gGmbH „Töten aus Überzeugung“ hat für die „Euthanasie“-Opfer der NS-Gewaltherrschaft eine emotional geprägte Erinnerungs- und Gedenkkultur geschaffen, getragen von Betroffenheit, Trauer und Mitgefühl.

Relaunch des virtuellen Informationsortes Gedenkort-T4.eu

Foto: Der Pinel Verbund

Berlin, 26.01.2018 – Am 24. Januar fand im Dokumentationszentrum Topographie des Terrors die Präsentation des neuen Internet-Auftritts von Gedenkort-T4.eu statt.

Die Landesbeauftragte für Menschen mit Behinderung, Christine Braunert-Rümenapf, sagte in ihrem Grußwort, dass die Gedenkorte unser Gedächtnis prägen und die Webseite Gedenkort-T4.eu dazu einen Beitrag leisten kann. Die Schauspielerin Jasmin Tabatabai, die die Biographie von Wilhelm Vellguth vorgelesen hatte, machte darauf aufmerksam, dass die Kraft der persönlichen Geschichte eine Besondere sei. „Eine Gesellschaft lebt von Vielfalt. Ich wünsche mir, dass meine Kinder diese Vielfalt täglich erleben können und dass sie zu weltoffenen und toleranten Menschen heranwachsen“, sagte Tabatabai. „Ich möchte, dass sie die Geschichte der NS-„Euthanasie“-Verbrechen kennen und es niemals zulassen, dass so etwas wieder passiert“, führte die Schauspielerin aus. Zahlreiche Redner der Veranstaltung äußerten sich zuversichtlich, dass die modernisierte Seite zur Aufarbeitung des schwierigen Kapitels der deutschen Geschichte beitragen wird. … mehr

Finissage der Pinel-Fotoausstellung „Ansichtssache“

Foto: Der Pinel Verbund

Berlin, 15.01.2018 – Am 12. Januar fand in der Galerie Silber & Salz die Finissage der Pinel-Fotoausstellung „Ansichtssache“ statt. Mit seinem inklusiven und integrativen Hintergrund bietet das Projekt „Spreefeld“ der Pinel-Fotogruppe eine Plattform für die künstlerische Zusammenarbeit und Projektarbeit von Menschen mit und ohne Psychiatrieerfahrung.

Peter Seifert-Bewer, stellvertretender Regionalleiter der Pinel gGmbH, unterstrich in seiner Eröffnungsrede, dass Menschen mit belastenden Lebensereignissen oder einer erschütterten Persönlichkeit sich sehr gut in der Kunst und deren Ausübung stabilisieren können. „In der Anerkennung als kunstschaffender Mensch liegt immer auch die Chance der Kompensation und die, einen angenehmen Ort in sich zu finden“, so Seifert-Bewer. „Das Spreefeld bietet mit seinem von vorne herein inklusiv entwickelten Konzept eine besonders günstige Umgebung für Menschen, die mit dieser Identifikation experimentieren wollen, um mehr über die Künstler*innen in sich zu erfahren“, führte Seifert-Bewer aus. … mehr

Fundament für den Neubau in der Dominicusstraße steht

Foto: Der Pinel Verbund / Bau in der Dominicusstraße 5-9

Berlin, 05.01.2018 – Der Bau in der Dominicusstraße 5-9 ist in vollem Gange. Das Fundament für den Neubau von Teilen des Wohnkomplexes wurde Ende Dezember gegossen. Ab Januar werden die Wände gestellt. Das Gebäude wird dann jeden Monat um eine Etage wachsen, wenn die Witterung dies zulässt. „Wir bedanken uns bei allen Projektbeteiligten für die gute Zusammenarbeit und bei Bewohner*innen für ihr Verständnis für die unvermeidbaren Unannehmlichkeiten beim Bau“, so Anna Kleinstück, die verantwortliche Projektkoordinatorin der Pinel gGmbH. Im Neubau entstehen Demenz- und Pflege-WGs sowie Apartmentwohnen für psychisch erkrankte Menschen. Im neuen Gebäude werden zudem die Krisenpension der Tochtergesellschaft der Pinel gGmbH, Pinel Netzwerk, sowie die Verwaltungsräume weiterer Tochtergesellschaften der Pflege, der Medizinischen Versorgung und der Integrierten Hilfen einziehen.