Stellungnahme der Verbände
Berlin, 22. Juni 2026
Drastische Kürzungspläne von Bund, Ländern und Kommunen: Verbände des
Kontaktgesprächs Psychiatrie sind nach Veröffentlichung durch den Paritätischen
Wohlfahrtsverband in großer Sorge um die Lebens- und Teilhabebedingungen vieler Menschen in Deutschland.
Menschen mit psychischen Erkrankungen oder Behinderungen werden bis heute gesellschaftlich ausgegrenzt, finanziell schlechter gestellt und in ihrer Selbstbestimmung beschränkt. Die Benachteiligung erstreckt sich auch auf die Angehörigen, die häufig eine tragende Rolle in der Versorgung und Betreuung innehaben. Die Verbände des Kontaktgesprächs Psychiatrie setzen sich für die Wahrung der Rechte dieser Menschen ein. Mit großer Sorge nehmen die Verbände des Kontaktgesprächs Psychiatrie die drastischen Kürzungspläne zu Kenntnis, die eine Arbeitsgruppe aus Bund, Ländern und Kommunen erstellt hat. Die vorgeschlagenen Maßnahmen konterkarieren die Intentionen der UN-BRK sowie des Bundesteilhabegesetzes und stellen nach 10 Jahren einen Rückschritt in eine „institutionszentrierte“ Ausrichtung der Eingliederungshilfe des SGB IX dar.
Grundlegende sozialstaatliche, auf Teilhabe abzielende Prinzipien werden zu Lasten der betroffenen Menschen und ihrer Angehörigen aufgegeben.

