Die nationalsozialistischen ‚Euthanasie‘-Morde in Deutschland und Europa
Die sogenannte „Aktion T4“ steht für den systematischen Massenmord an über 70.000 Menschen mit geistigen, körperlichen und seelischen Beeinträchtigungen in den Jahren 1940 bis 1941. Organisiert wurde diese grausame Mordaktion von der Zentraldienststelle in der Tiergartenstraße 4 in Berlin-Charlottenburg – daher der Name. Unter dem beschönigenden Begriff „Euthanasie“ (übersetzt: „guter Tod“) wurden diese Verbrechen als Teil der nationalsozialistischen Krankenmorde begangen. Bis 1945 fielen allein in Deutschland rund 200.000 Menschen dieser menschenverachtenden Ideologie zum Opfer.
Verantwortung und Engagement des Pinel-Verbundes
Pinel sieht sich in besonderer Verantwortung gegenüber den Opfern der NS-„Euthanasie“. Als gemeinnützige Organisation, die sich für Menschen mit psychischen Erkrankungen einsetzt, knüpft sie an die humanitären Ideale ihres Namensgebers Philippe Pinel an – einem Pionier der Inklusion im 18. Jahrhundert. Gesellschaftliches und politisches Engagement ist fester Bestandteil des Selbstverständnisses des Pinel-Verbundes.
Ein zentrales Anliegen ist die Aufklärung und Aufarbeitung der NS-Verbrechen an Menschen mit seelischen Erkrankungen. Aus diesem Grund initiierte Pinel im Jahr 2012 die Ausstellung „T4“, die sich der Erinnerung an die Opfer widmet und zur Auseinandersetzung mit der Geschichte anregt.
Die T4-Ausstellung – Erinnern, Aufklären, Mahnen
In 17 dreidimensional gestalteten Schaukästen werden die Tatorte der NS-„Euthanasie“-Verbrechen eindrucksvoll dargestellt. Die Ausstellung konfrontiert Besucher*innen mit authentisch inszenierten Szenarien. Graue Busse, Anstaltsbauten, Figuren, historische Fotografien und Alltagsgegenstände lassen die Geschichte emotional erfahrbar werden. Alle Exponate sind handgefertigt, detailreich coloriert und vermitteln eine eindringliche Atmosphäre.
Die T4-Ausstellung wird kontinuierlich erweitert und richtet sich an ein breites Publikum. Ziel ist es, eine Gedenkkultur zu fördern, die auf Mitgefühl, historischer Verantwortung und demokratischer Wachsamkeit basiert.
Erinnerungskultur als gesellschaftlicher Auftrag
Mit der Ausstellung leistet Pinel einen wichtigen Beitrag zur historischen Aufarbeitung der NS-Zeit, zur Förderung von Teilhabe und zur Stärkung demokratischer Werte. Die Auseinandersetzung mit der Vergangenheit soll nicht nur erinnern, sondern auch sensibilisieren für aktuelle gesellschaftliche Entwicklungen. Denn: Nie wieder darf sich Geschichte wiederholen.
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Informieren Sie sich hier über die T4-Ausstellung der Stiftung Pinel.
Flyer Ausstellung T4
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