Stellungnahme zum Finanzierungsstopp für die psychosoziale Kontakt- und Beratungsstelle im S-Bahnhof Schöneberg
Berlin, 17. September 2025:
Am Dienstag, den 9. September, wurden wir darüber informiert, dass unsere psychosoziale Kontakt- und Beratungsstelle (KBS) im S-Bahnhof Schöneberg ab 2026 vom Bezirk keine Finanzierungszusage mehrerhält. Unserer Einrichtung droht nun das Aus.
Wir nehmen die Mitteilung der politischen Entscheidungsträger mit großer Verärgerung und Unverständnis zur Kenntnis. Die Kontakt- und Beratungsstelle ist seit 1987 ein wichtiger sozialer Raum und Anlaufpunkt für Menschen mit psychischen Beeinträchtigungen, sozialen Problemen oder die einsam sind. Im Jahr 2024 zählte die Einrichtung knapp 4.000 Kontakte.
Der Finanzierungsstopp stellt aus unserer Sicht eine gravierende Fehlentwicklung dar – zumal dieser der am 15.9. im Gesundheitsausschuss getätigten Zusicherung der Gesundheitssenatorin Dr. Ina Czyborra, dass es keine weiteren Einschnitte bei den Zuwendungen für die Projekte freier Träger geben wird, widerspricht.
Diese politische Entscheidung hat weitreichende Folgen: für die vielen Menschen, die in schwierigen Lebenssituationen oder Krisen auf eine verlässliche, niedrigschwellige und wohnortnahe Unterstützung angewiesen sind, sowie für unsere Mitarbeitenden, die sich mit großem Engagement für Teilhabe und
Stabilität der KBS-Besucher*innen einsetzen. Die Schließung bedeutet den Verlust eines vertrauten Ortes, der für viele Menschen ein wichtiger Anker im Alltag ist. Ein in der Nachbarschaft und im Kiez etablierter sozialer Raum ginge verloren.
Als freier sozialer Träger der Eingliederungshilfe setzen wir uns seit 1969 für eine bedarfsgerechte, inklusive und sozialraumorientierte Versorgung psychisch erkrankter Menschen in Berlin ein. Die aktuelle politische Entscheidung steht im Widerspruch zu diesen Zielen und gefährdet die psychosoziale Versorgung im Bezirk und darüber hinaus nachhaltig.
Wir fordern die Verantwortlichen auf, die Entscheidung zu überdenken und gemeinsam mit uns nach tragfähigen Lösungen zu suchen, die den Bedürfnissen aller Beteiligten gerecht werden.
Für Rückfragen und Gespräche stehen wir jederzeit zur Verfügung.
Anke Heinze
Geschäftsführerin der Pinel gGmbH

