Finanzierungsstopp für psychosoziale Kontakt- und Beratungsstelle von Pinel in Schöneberg: sozialem Anlaufpunkt droht nach 38 Jahren das Aus

Finanzierungsstopp für psychosoziale Kontakt- und Beratungsstelle von Pinel in Schöneberg: sozialem Anlaufpunkt droht nach 38 Jahren das Aus

Berlin, 23. September 2025

Die psychosoziale Kontakt- und Beratungsstelle (KBS) im S-Bahnhof Schöneberg erhält ab 2026 keine Finanzierungszusage mehr durch den Bezirk. Der Einrichtung droht nun das Aus. Träger des Projektes ist die gemeinnützige Pinel gGmbH – Initiative für psychisch Kranke. Seit 1987 ist die KBS ist ein sozialer Raum und Anlaufpunkt für Menschen mit psychischen Beeinträchtigungen, sozialen Problemen oder die einsam sind. Im Jahr 2024 zählte sie circa 4.000 Kontakte zu hilfesuchenden Personen. Gemeinsam mit dem Paritätischen Wohlfahrtsverband und anderen Trägern, die ebenfalls von Kürzungen betroffen sind, protestiert die Organisation heute von 16 bis 18 Uhr vor dem Rathaus Schöneberg.

„Der Finanzierungsstopp für die KBS und die Kürzungen im Zuverdienst stellen aus unserer Sicht eine gravierende Fehlentwicklung dar – zumal dieser der am 15.9. im Gesundheitsausschuss getätigten Zusicherung der Gesundheitssenatorin Dr. Ina Czyborra, dass es keine weiteren Einschnitte bei den Zuwendungen für die Projekte freier Träger geben wird, widerspricht.“, erläutert Anke Heinze, Geschäftsführerin der Pinel gGmbH.

Es wäre die erste Schließung einer Kontakt- und Beratungsstelle in der Geschichte Berlins. Auch im Zuverdienst, der Menschen mit psychischen Erkrankungen niedrigschwellige Arbeitsmöglichkeiten bietet, wurden die Zuwendungen um mehr als die Hälfte gekürzt.

Die Organisation sieht die psychosoziale Versorgung im Bezirk und darüber hinaus nachhaltig gefährdet. Menschen, die in schwierigen Lebenssituationen oder Krisen auf eine verlässliche, niedrigschwellige und wohnortnahe Unterstützung angewiesen sind, verlieren ihre Anlaufstellen. Vielen bleibt dann nur noch der Weg zu niedergelassenen Therapeut*innen, in psychiatrische Kliniken oder zu anderen sozialen Diensten. Bereits jetzt gibt es dort lange Wartelisten. Viele Menschen, die Hilfe benötigen, werden keine erhalten. „Auch für den Sozialraum sehen wir Risiken.“, so Anke Heinze. „Beispielsweise werden die ohnehin bestehenden Probleme mit Alkoholismus, dem offenen Handel mit harten Drogen sowie Gewalt am S-Bahnhof Schöneberg weiter zunehmen.“

Anlässlich der geplanten sozialen Kürzungen im Bezirk findet heute vor dem Rathaus Schöneberg eine Protestaktion statt: von 16 bis 18 Uhr, gemeinsam mit dem Paritätischen Wohlfahrtsverband und anderen sozialen Trägern, parallel zur im Rathaus laufenden Haushaltsberatung der Bezirksverordnetenversammlung.

Ansprechperson

Ihr Kontakt zur Öffentlichkeitsarbeit von Pinel: