Gemeinsam Teilhabe gestalten in Pankow und Prenzlauer Berg – Die Kiezkantine feiert „20 JAHRE WIR!“
Berlin, 1. Dezember 2023:
Heute feierte die „Kiezkantine“ in der Oderberger Straße in Prenzlauer Berg ihr 20-jähriges Jubiläum. Mit dem gelebten Ziel, gemeinsam Teilhabe zu gestalten, bietet die weit über den Kiez hinaus bekannte Kiezkantine als Restaurant und Beschäftigungstagesstätte Menschen mit psychischen Beeinträchtigungen eine Vielzahl tagesstrukturierender Angebote und Unterstützungsmöglichkeiten und somit einen wichtigen sozialen Raum und Anlaufpunkt im Bezirk. Träger des Projektes ist die Berliner Pinel gGmbH. Es ist Teil des Versorgungsangebotes am Pinel-Standort Pankow.
Seit ihrer Gründung im Dezember 2003 bietet die Kiezkantine mehr als nur einen täglich wechselnden Mittagstisch für ihre vielen Gäste. Als Beschäftigungstagesstätte ist sie eine etablierte soziale Einrichtung für Menschen, die aufgrund psychischer Beeinträchtigungen Unterstützung im Alltag benötigen. Diesen stehen im Restaurantbetrieb verschiedene sinnstiftende und leistbare Beschäftigungen in den Bereichen Küche, Service, Hauswirtschaft, Haushandwerk oder Büro zur Verfügung. Aktuell arbeiten 22 betreute Beschäftige in der Kiezkantine. Angeleitet und begleitet werden sie durch ein 10-köpfiges multiprofessionelles Team bestehend aus Sozialpädagog*innen, fachlichen Anleiter*innen, Köchen und Servicekräften.
Unter dem Motto „Kontakt auf Augenhöhe!“ steht bei der Arbeit mit den Klient*innen stets im Fokus, deren individuelle Fähigkeiten und Neigungen zu berücksichtigen, sie in Entscheidungsprozesse einzubeziehen sowie flexible Gestaltungsmöglichkeiten für eigene Ideen zu schaffen. Zudem bietet die Kiezkantine ein breites Angebot an Workshops und Gruppenangeboten für die Klient*innen. Neben körperorientierter Einzel- und Gruppenarbeit, Kreativangeboten und Ernährungsberatung werden regelmäßig Gruppenausflüge in Berlin und ins Umland unternommen.
Ergänzend zum psychosozialen Versorgungsangebot für Menschen mit psychischen Beeinträchtigungen ermöglicht die Kiezkantine im Rahmen des Programms „Arbeit statt Strafe“ Personen, die zu einer Geldstrafe verurteilt wurden, jedoch mittellos sind, diese durch freiwillige gemeinnützige Arbeit zu tilgen und auf diese Weise eine Ersatzfreiheitsstrafe abzuwenden.
„Für uns ist heute ein ganz besonderer Tag, der es verdient, gefeiert zu werden.“, sagt Monika Wucke, die Einrichtungsleiterin der Kiezkantine. „Seit dem Bestehen unserer Einrichtung haben wir viele Höhen und Tiefen erlebt. Die Verbindung von sozialer Arbeit mit dem Betrieb eines Restaurants gelingt nur, weil auf unterschiedlichsten Ebenen die Sinnhaftigkeit und Wirksamkeit dieses Projektes erkannt und unterstützt wird, aber auch weil alle Beteiligten im Arbeitsprozess selbst an einem Strang ziehen. Heute ist die Kiezkantine als älteste gastronomische Einrichtung in der Oderberger Straße, aber auch als Teil des psychosozialen Betreuungsangebotes im Bezirk nicht mehr wegzudenken. Es ist immer wieder großartig, mitzuerleben, wie schnell unsere betreuten Mitarbeiter*innen durch positives Feedback ihr Selbstbewusstsein zurückgewinnen, wie sie sich im gegenseitigem Austausch stärken und stabilisieren und wie sie neue Perspektiven für sich entwickeln.“
Neben der Kiezkantine und zahlreichen weiteren Beratungs- und Betreuungseinrichtungen betreibt die Pinel gGmbH noch zwei weitere, als Beschäftigungstagesstätte konzipierte Gastronomiebetriebe: das Café-Restaurant „Pinelli“ im S-Bahnhof Schöneberg und das Café-Bistro „Pinjo“ in Wilmersdorf. „Soziale Projekte wie diese erhöhen die Sichtbarkeit psychischer Erkrankungen in unserer Gesellschaft.“, erklärt Anke Heinze, Geschäftsführerin der Pinel gGmbH. „Sie schaffen Begegnungsmöglichkeiten für Menschen mit und ohne psychische Beeinträchtigung und leisten auf diese Weise einen wichtigen Beitrag, um Vorurteile und Berührungsängste abzubauen.“

