Kontakt- und Beratungsstelle „Binger Club“ in Wilmersdorf feiert 35-jähriges Jubiläum

Kontakt- und Beratungsstelle „Binger Club“ in Wilmersdorf feiert 35-jähriges Jubiläum

Berlin, 7. Mai 2025:

Die psychosoziale Kontakt- und Beratungsstelle (KBS) „Binger Club“ begeht heute ihr 35-jähriges Jubiläum. Träger des Projektes ist die gemeinnützige Pinel gGmbH – Initiative für psychisch Kranke. Der Binger Club ist ein wichtiger sozialer Raum und Anlaufpunkt für Menschen mit psychischen Beeinträchtigungen, sozialen Problemen oder die einsam sind. Und die Nachfrage ist groß: Allein im Jahr 2024 zählte der Binger Club circa 7.700 Kontakte. Jedoch bringen die sozialen Einsparungen des Berliner Senats den Binger Club sowie die anderen Berliner Kontakt- und Beratungsstellen zunehmend in Bedrängnis.

Der Binger Club in der Güntzelstraße 4 feiert heute mit seinen Besucher*innen, Mitarbeitenden, Nachbarn sowie Gästen aus Politik und Verwaltung sein 35-jähriges Jubiläum. Die psychosoziale Kontakt- und Beratungsstelle (KBS), die sich seit 1990 in Trägerschaft von Pinel befindet, ist als Teil der gemeindepsychiatrischen Versorgung ein wichtiger sozialer Treffpunkt in Wilmersdorf. Fünf fest angestellte Mitarbeiter*innen und vier Anleiter*innen für die Sport- und Kreativangebote stehen den KBS-Besucher*innen sechs Tage pro Woche mit Rat und Tat zur Seite.

Der Binger Club ermöglicht einen unbürokratischen und auf Wunsch anonymen Zugang zum Hilfesystem. Er bietet soziale Teilhabe, Begleitung in Krisenzeiten durch Gespräche, Beratung und Hilfe zur Bewältigung des Alltags, Unterstützung bei Antragstellungen oder bei der Vereinbarung von Arztterminen, Tagesstruktur, Freizeitaktivitäten, und er vermittelt ergänzende Hilfsangebote wie Schuldenberatung oder Opferhilfe. Viele der Besucher*innen kommen aus Charlottenburg-Wilmersdorf, einige auch aus anderen Bezirken, vereinzelt aus Brandenburg. Die Einrichtung steht allen Interessierten offen, es gibt keine Zugangsvoraussetzungen.

„Kontakt- und Beratungsstellen wie der Binger Club sind enorm wichtig für Berlin, weil sie die Lücke zwischen klinischer und ambulanter Versorgung schließen.“, erklärt Astrid Delcamp, die seit 22 Jahren im Binger Club arbeitet. „Die unbürokratische und niedrigschwellige Unterstützung, vor allem in persönlichen Krisen, kann Klinikeinweisungen verhindern.“ Im Jahr 2024 erbrachte das Team des Binger Clubs 2.145 Angebotsstunden und zählte 7.727 Kontakte.

Trotz hoher Nachfrage und obwohl psychosoziale Hilfen Teil der Pflichtversorgung sind, kämpfen die Berliner Kontakt- und Beratungsstellen schon seit Jahren um ihre Existenz. „Die unsichere Finanzierung sowie Kürzungen im Zuwendungsbereich bereiten uns große Sorgen.“, erläutert Anke Heinze, Geschäftsführerin der Pinel gGmbH. „Schon jetzt müssen Einrichtungen ihre Angebote und Öffnungszeiten reduzieren. Auch Schließungen stehen zur Debatte. Aktuell laufen die Verhandlungen für den Doppelhaushalt 2026/2027. Wir wissen, dass der Senat einen Sparhaushalt plant, und rechnen mit weiteren massiven Kürzungen. Deshalb fordern wir die politisch Verantwortlichen auf, hier endlich einzulenken und nicht weiter an der Gesundheit der Menschen zu sparen.“

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