Glossar
Ambulante Pflege

Unter dem Begriff der Pflege fallen alle unterstützenden Maßnahmen, die der Erhaltung, Wiederherstellung oder Anpassung von physischen, psychischen und sozialen Funktionen und Aktivitäten des Lebens dienen. Die ambulante Pflege findet im häuslichen Bereich statt und kann Grundpflege, Hauswirtschaft, Kranken- oder Kinderkrankenpflege aber auch psychiatrische Pflege umfassen.

Behandlungspflege

Als Behandlungspflege werden delegierbare ärztlich Maßnahmen bezeichnet, die von einem medizinischen Fachpersonal ohne Beisein eines Arztes durchgeführt werden können. Voraussetzung für eine häusliche Behandlungspflege ist (nach §37 Abs. 3 SGB V) dann gegeben, wenn eine im Haushalt lebende Person den Kranken im erforderlichen Umfang nicht pflegen oder versorgen kann oder diese Person gänzlich fehlt.

Betreuungsrecht

Das Betreuungsrecht ist Teil des Familienrechtes. Es befasst sich mit Hilfen für psychisch oder Suchtkranke und Behinderte, die eine Unterstützung in ihren rechtlichen Angelegenheiten benötigen. „Betreuung“ wird hierbei als Schutzmaßnahme für psychisch Kranke, geistig Behinderte und anderweitig eingeschränkte Menschen verstanden. Eine solche Schutzmaßnahme wird von einem Betreuungsgericht angeordnet wie auch überwacht.

Das Wohnprojekt Betreutes Apartmentwohnen in der Wiltbergstraße 38 feierlich eröffnet

©Pinel gGmbH

[Berlin, 06.07.2017] Am 5. Juli 2017 erfolgte nach umfangreicher Bauzeit die feierliche Einweihung des Wohnprojektes Betreutes Apartmentwohnen in der Wiltbergstraße 38 in Pankow. In den letzten 2 Jahren sind 22 Apartments für psychisch beeinträchtigte Menschen entstanden, die von insgesamt 14 Pinel-Mitarbeiterinnen rund um die Uhr betreut werden.

Auf die BesucherInnen wartete ein spannendes Programm. Neben den Auftritten der Musikgruppen der Pinel gGmbH fand die Aufführung der Band Spreetonorchester – eines bekannten akustischen Swingquartetts aus Berlin – statt. Das Redaktionsteam der Zeitung „Der bunte Spleen“ präsentierte ein Märchen und die Tanzgruppe Liandance begeisterte das Publikum mit ihren Tanzaufführungen. Beim Rundgang durch das Haus präsentierte die Einrichtungsleiterin Kerstin Schubert mit Stolz den interessierten Gästen, unter ihnen der Bezirksbürgermeister Vollrad Kuhn, das soeben fertiggestellte Haus.

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Diagnostik

Unter Diagnostik versteht man die Fähigkeit und Lehre, Krankheiten zu erkennen.

Eingeschränkte Alltagskompetenz

Von Eingeschränkter Alltagskompetenz (EA) wird dann gesprochen, wenn aufgrund von demenzbedingten Fähigkeitsstörungen, geistigen Behinderungen oder psychischen Erkrankungen Menschen so in ihrer Alltagskompetenz eingeschränkt sind, dass Sie in erheblichem Maße Betreuung und oder allgemeine Beaufsichtigung brauchen. Alle Menschen, bei denen eine Eingeschränkte Alltagskompetenz durch den Medizinische Dienst der Krankenversicherung (MDK) attestiert wird, erhalten zusätzliche Betreuungs- und Entlastungsleistungen der Pflegeversicherung, maximal 208 Euro im Monat.

EKG

Unter einem EKG (Elektrokardiogramm) versteht man die temporäre oder dauerhafte Aufzeichnung der Summe der elektrischen Aktivitäten aller Herzmuskelfasern. Seine wichtigste Bedeutung hat das EKG zur Diagnose eines frischen Herzinfarktes oder von Herzrhythmusstörungen.

Empowerment

(Selbstbefähigung) Empowerment ist ein Begriff der für Arbeitsansätze in der psychosozialen Praxis steht, in der KlientInnen dezidiert zur Entdeckung eigener Stärken ermutigt und ihnen Hilfestellungen bei der Aneignung von Selbstbestimmung und Lebensautonomie vermittelt werden.

Ergotherapie

Ergotherapie ist ein medizinisches Therapieverfahren, welches bei Störungen der Motorik und Sensomotorik, insbesondere im Rahmen neurologischer und orthopädischer Erkrankungen eingesetzt werden kann. Die Ergotherapie unterstützt und begleitet Menschen jeden Alters, die in ihrer Handlungsfähigkeit eingeschränkt oder von Einschränkung bedroht sind. Ziel ist die Stärkung des Klienten in alltäglichen Bereichen wie Selbstversorgung, Produktivität und Freizeit. Ziel ist es, dem Einzelnen Handlungsfähigkeit im Alltag, gesellschaftliche Teilhabe und eine Verbesserung seiner Lebensqualität zu ermöglichen.

Ex-In

(Experienced-Involvement) Ausbildungsprogramm für direkt Psychiatrie-Erfahrene, die sich innerhalb eines Jahres zur Genesungsbegleiterin oder Dozentin/ zum Genesungsbegleiter oder Dozenten ausbilden lassen können. Die Ausbildung baut inhaltlich auf den spezifischen Erfahrungen der TeilnehmerInnen auf.

Fallmanager

Ein Fallmanager hat, im Rahmen eines Fallmanagements (Case Management), die Aufgabe sicherzustellen, dass eine auf den einzelnen Klienten zugeschnittene Hilfeleistung nach SGB gut organisiert und bedarfsgerecht erbracht wird.

Grundpflege

Grundpflege (auch: direkte Pflege) bezeichnet in den Pflegeberufen der Gesundheits- und Krankenpflege die grundlegenden, gewöhnlichen und regelmäßig wiederkehrenden Pflegeleistungen. Von den Leistungen her gesehen sind zwei Ebenen der Grundpflege zu unterscheiden: Einerseits Leistungen der Pflegekasse nach SGB XI – hierbei ist die Einordnung in eine Pflegestufe erforderlich –, andererseits Leistungen der Krankenkasse nach SGB V, für die eine ärztliche Verordnung erforderlich ist.

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Hometreatment

(Häusliche Behandlung und Begleitung) Modell beziehungsweise Betreuungsprojekt zur außerstationären, intensiven und flexiblen Begleitung von Menschen in schweren psychischen Krisen oder akuten Phasen psychotischen Erlebens. Der Schwerpunkt liegt auf einer Betreuung in der eignen Wohnung durch ein multiprofessionelles Team Rund um die Uhr. Das Begleitungskonzept basiert auf dem sogenannten Trialog.

Homöopathie

Die Homöopathie ist eine wissenschaftlich nicht anerkannte, alternative Heilmethode. Sie wurde von Samuel Hahnemann (1755-1843) begründet, als dieser in einem Selbstversuch mit Chinarinde an sich malariatypische Symptome erkannte. In Deutschland wird Homöopathie sowohl von Ärzten, als auch von Heilpraktikern ausgeübt.

Integrierte Versorgung

Unter dem Begriff „Integrierte Versorgung“ (IV) wird ein innovatives Modell der Gesundheitsversorgung verstanden, das die ambulante, die stationäre und die rehabilitative Versorgung von KlientInnen sektorenübergreifend vernetzt. Verschiedene Leistungsbereiche des Gesundheitswesens sollen auf diesem Wege zukünftig besser kooperieren. Diese Vernetzung kommt in erster Linie den Versicherten zugute. Ein besserer Informations­austausch zwischen allen Beteiligten verbessert die Qualität und Effizienz der medizinischen Versorgung.

Krankenhausvermeidungspflege

Versicherte erhalten eine sogenannte Krankenhaus­vermeidungspflege (SGB V) in ihrem Haushalt, ihrer Familie oder sonst an einem geeigneten Ort. Diese häusliche Krankenpflege erfolgt durch geeignete Pflegekräfte dann, wenn Krankenhausbehandlung eigentlich geboten, aber nicht ausführbar ist, oder wenn Krankenhausbehandlung durch häusliche Krankenpflege vermieden oder verkürzt wird.

Krisenpension

Modell beziehungsweise Betreuungsprojekt zur außerstationären, intensiven und flexiblen Begleitung von Menschen in schweren psychischen Krisen oder akuten Phasen psychotischen Erlebens. Der Schwerpunkt liegt hierbei auf einer Betreuung in einer eigens für das durchleben einer Krise eingerichteten Wohnung. Sie erfolgt durch ein multiprofessionelles Team Rund um die Uhr und wird im Trialog durchgeführt.

Kurzzeitpflege

Unter Kurzzeitpflege versteht man die Pflege und Betreuung einer pflegebedürftigen Person in einer vollstationären Einrichtung. Sie erstreckt sich über einen Zeitraum von vier Wochen je Kalenderjahr. Es handelt sich dabei um eine Leistung der Pflegeversicherung oder eines Sozialhilfeträgers. Ziel der Kurzzeitpflege ist es, pflegende Angehörige zeitlich begrenzt zu entlasten oder pflegebedürftige Menschen nach einem Klinikaufenthalt auf die Rückkehr in den eigenen Haushalt vorzubereiten.

Logotherapie

Die Logotherapie ist eine von Prof. Dr. Viktor Frankl entwickelte psychotherapeutische Methode, die den existentiellen Wunsch des Menschen, sinnvoll zu handeln beziehungsweise sinnvolles zu erleben und wiederzuentdecken zur Grundlage des therapeutischen Bemühens macht.

MDK (Medizinische Dienst der Krankenkassen)

Interessenunabhängiger sozialmedizinischer Beratungs- und Begutachtungsdienst der Krankenkassen in der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) und der Pflegekassen in der sozialen Pflegeversicherung (SPV) auf der Rechtsgrundlage des Sozialgesetzbuchs (SGB).

Nervenheilkunde

Als Nervenheilkunde beziehungsweise Neurologie wird die Lehre von den Erkrankungen des Nervensystems bezeichnet. Die Grenze zur Psychiatrie ist teilweise fließend. In Deutschland ist die Neurologie als ein Teilgebiet aus der Inneren Medizin hervorgegangen. Im engeren Sinne befasst sie sich mit der Prophylaxe, Diagnose und Therapie von Erkrankungen des zentralen, peripheren und vegetativen Nervensystems. Auch verschiedene Erkrankungen der Muskulatur gehören zum Gebiet der Neurologie.

Neues Begutachtungsassessment

Neues Begutachtungsassessment (NBA) ist der sperrige Begriff für ein neues System der Begutachtung pflegebedürftiger Menschen. Geprüft wird ab 2017 weiterhin durch den Medizinischen Dienst der Krankenkassen, die Einordnung erfolgt allerdings nicht mehr in Pflegestufen sondern in Pflegegraden. Ausschlaggebend ist zukünftig, ob und inwieweit eine Pflegebedürftigkeit und eine eingeschränkte Alltagskompetenz vorhanden ist. Das neue, zentrale Kriterium für die Einstufung in die Pflegegrade ist die Selbständigkeit. Hierbei stehen körperliche und geistig-seelische Beeinträchtigungen gleichwertig nebeneinander. Um den Grad der Selbstständigkeit einer Person zu messen, werden Aktivitäten in sechs pflegerelevanten Bereichen untersucht. Gemessen wird zukünftig allerdings nicht mehr die Zeit, die zur Pflege benötigt wird, sondern es werden Punkte vergeben, die den Grad der Selbstständigkeit ausdrücken sollen. Anhand der Ergebnisse des Neuen Begutachtungsassessments wird der Pflegebedürftige in einen der fünf Pflegegrade eingeordnet.

Pflegebedürftigkeit

Pflegebedürftig sind Personen, die wegen einer körperlichen, geistigen oder seelischen Krankheit oder Behinderung in erheblichem oder höherem Maße der Hilfe bedürfen. Nach dem Pflegeversicherungsgesetzes sind damit Personen erfasst, die wegen einer körperlichen, geistigen oder seelischen Krankheit oder Behinderung im Bereich der Körperpflege, der Ernährung, der Mobilität und der hauswirtschaftlichen Versorgung auf Dauer – voraussichtlich für mindestens sechs Monate – in erheblichem oder höherem Maße der Hilfe bedürfen. In der Vergangenheit wurde die Pflegebedürftigkeit insbesondere auf körperliche Beeinträchtigungen bezogen. Der Begriff der Pflegebedürftigkeit wurde so pflegebedürftigen Menschen mit kognitiven oder psychischen Beeinträchtigungen nur zu einem kleinen Teil gerecht. Das galt besonders für Menschen mit Demenzerkrankungen.

Pflegedokumentation

Die Pflegedokumentation ist Bestandteil der Pflegeplanung und beinhaltet die schriftliche Fixierung der geplanten und durchgeführten Pflege sowie die Dokumentation einzelner Schritte. Sie ist Arbeitsmittel der professionellen Krankenpflege und dient der Sicherstellung der nächsten Arbeitsschritte der Pflegenden und der Kooperation bei der Versorgung der KlientInnen im Pflegeteam und mit Ärzten und anderen beteiligten Berufsgruppen.

Pflegeergänzungsleistungen

(auch: Betreuungs- und Entlastungsleistungen) Sofern bei Versicherten eine erhebliche Einschränkung der Alltagskompetenz vorliegt, wird für die Inanspruchnahme der Pflegeergänzungsleistungen je nach Betreuungsbedarf ein Grundbetrag (bis zu 104 Euro) oder ein erhöhter Betrag (bis zu 208 Euro) monatlich gewährt. Vom Ausmaß und von der Schwere der vorliegenden Schädigungen oder Fähigkeitsstörungen hängt ab, was gewährt wird. Der Medizinische Dienst der Krankenversicherung (MDK) prüft, ob eine erhebliche Einschränkung der Alltagskompetenz nach § 45a SGB XI  festzustellen ist. Die Anspruchsberechtigten können den jeweiligen Betrag verwenden, um eine Kostenerstattung für Aufwendungen zu erhalten, die bei niedrigschwelligen Betreuungs- oder Entlastungsangeboten entstehen.

Pflegegeld

Pflegegeld wird den Anspruchsberechtigten von der Pflegekasse zur freien Verfügung überwiesen. Voraussetzung für den Bezug von Pflegegeld ist, dass die häusliche Pflege selbst durch Angehörige oder andere ehrenamtlich tätige Pflegepersonen sichergestellt ist. Eine vorgeschriebene regelmäßige pflegefachliche Beratung soll helfen, die Qualität der häuslichen Pflege zu sichern und den zu Pflegenden Hilfestellung zu geben. Um eine auf die individuellen Bedürfnisse abgestimmte Pflege zu gewährleisten, kann der Bezug von Pflegegeld mit der Inanspruchnahme von Sachleistungen (Hilfe von Pflegediensten) kombiniert werden. Das Pflegegeld vermindert sich in diesem Fall anteilig um den Wert der in Anspruch genommenen Sachleistungen.

Pflegegrade

Pflegegrade sind neue Einheiten, die die Pflegebedürftigkeit nach dem Pflegeversicherungsgesetz definieren. Nach diesem Modell gibt es zukünftig fünf Pflegegrade. Die Abstufungen werden neu eingeteilt, um auch Menschen mit eingeschränkter Alltagskompetenz in das System der Pflege zu integrieren. Die Einzelheiten der Überführung der alten Pflegestufen in die neuen Pflegegrade stehen noch nicht fest.

Pflegesachleistungen

Pflege- und Betreuungsbedürftige sind frei bei der häuslichen Pflege auf die Unterstützung durch ambulante Pflegedienste zurückzugreifen. Diese erbringen Pflegesachleistungen auf den Gebieten der Grundpflege, der hauswirtschaftlichen Versorgung und der häuslichen Betreuung, deren Kosten innerhalb der geltenden gesetzlichen Höchstbeträge von der Pflegeversicherung übernommen werden. Bis zu welchem Betrag pro Monat die Pflegekassen diese Leistungen finanzieren, hängt davon ab, welche Pflegestufe (zukünftig Pflegegrad) vorliegt, sowie ob eine dauerhafte erhebliche Einschränkung der Alltagskompetenz festgestellt worden ist. Überschreiten die tatsächlichen Kosten diese monatlichen Höchstbeträge, sind diese vom Versicherten selbst zu tragen. Ist es aus finanziellen Gründen nicht möglich, die verbleibenden Pflegekosten selbst zu übernehmen, sollte ein Anspruch auf Leistungen der Sozialhilfe zur Abdeckung der Pflegekosten geprüft werden.

Pflegestufe

Der Begriff Pflegestufe war Bestandteil beziehungsweise Einheit die Pflegebedürftigkeit nach dem alten Pflegeversicherungsgesetz zu definieren. Er wird ab 2017 durch sogenannte Pflegegrade ersetzt werden. Die Abstufungen werden damit neu eingeteilt, um auch Menschen mit eingeschränkter Alltagskompetenz in das System der Pflege zu integrieren. Die Einzelheiten der Überführung der alten Pflegestufen in die neuen Pflegegrade stehen noch nicht fest.

Pflegeversicherung

Die Pflegeversicherung ist eine Pflichtversicherung zur Absicherung des Risikos, pflegebedürftig zu werden. Die Soziale Pflegeversicherung wurde 1995 in Deutschland als ein eigenständiger Zweig der Sozialversicherung eingeführt und ist im SGB XI gesetzlich geregelt. Entsprechende Bestimmungen bestehen auch für privat Krankenversicherte.

Pflegeversicherungsgesetz

siehe Pflegeversicherung

Pflegevertrag (nach §120 SGB XI)

Der Pflegevertrag regelt Art und Umfang der Leistungen, die ein (ambulanter) Pflegedienst gegenüber dem Leistungsnehmer (Klienten) erbringt. Der Umfang der Pflegeleistungen kann fortlaufend angepasst werden. Der Pflegevertrag selbst ist jederzeit ohne Einhaltung einer Frist von dem Leistungsnehmer kündbar. Der Pflegedienst hat nach Aufforderung der zuständigen Pflegekasse dem Leistungsnehmer unverzüglich eine Ausfertigung des Pflegevertrages auszuhändigen. In dem Pflegevertrag sind mindestens Art, Inhalt und Umfang der Leistungen einschließlich der dafür mit den Kostenträgern nach § 89 vereinbarten Zeitvergütungen und der vom Zeitaufwand unabhängigen vereinbarten Vergütungen für jede Leistung oder jede Komplexleistung gesondert zu beschreiben.

Physiotherapie

Physiotherapie beziehungsweise Krankengymnastik, ist eine Art und Weise spezifischen Trainings und der äußerlichen Anwendung von Heilmitteln, mit der vor allem die Bewegungs- und Funktionsfähigkeit des menschlichen Körpers wiederhergestellt, verbessert oder erhalten werden soll.

Psychiatrie

Die Psychiatrie ist die medizinische Fachdisziplin, die sich mit der Prävention, Diagnostik und Therapie psychischer Störungen beschäftigt. Außerdem beinhaltet die Psychiatrie die Prävention, Rehabilitation und lebensbegleitende Versorgung von Menschen mit einer psychischen Erkrankung.

Psychodiagnostik

Psychodiagnostik beziehungsweise Psychologische Diagnostik ist ein Teilgebiet der Psychologie. Ihr geht es um das Ergründen von psychologischen Merkmalen eines Menschen mittels wissenschaftlicher Methoden und Vorgehensweisen, mit dem Ziel adäquate Einschätzungen in den verschiedensten Bereichen psychologischer Tätigkeit abzugeben. Psychologische Diagnostik in der Klinischen Psychologie bezieht sich auf das Erkennen von psychischen Erkrankungen oder Störungen und – in einem weiteren Schritt – auf die daraus abzuleitenden Entscheidungen etwa der Therapienotwendigkeit und -motivation, der Wahl der richtigen Therapieform oder der Anpassung der Therapie an die Störung.

Psychotherapie

Unter Psychotherapie versteht man eine Tätigkeit zur Feststellung, Heilung oder Linderung von psychischen Störungen mit Krankheitswert. In der Psychotherapie entwickelten sich im letzten Jahrhundert zunächst zwei Hauptrichtungen, die Psychoanalyse sowie die aus den Verhaltenstheorien heraus entwickelte Verhaltenstherapie.

radioeins-Reportage über das Restaurant Pinelli

[Berlin, 12.05.2017] Das preisgekrönte Restaurant Pinelli bietet Menschen mit psychischen Erkrankungen verschiedene Beschäftigungsmöglichkeiten an. „Die Idee dahinter ist, dass psychisch Kranke nicht ausgeklammert werden, dass wir die Stärken unterstützen, die die Leute mitbringen“, sagt Peter Seifert, Leiter des Tageszentrums Schöneberg der Pinel gGmbH, im Interview mit dem Radiosender radioeins vom 12.05.2017. „Der Grundgedanke ist, dass wir alle, so wie wir hier leben, ohne Arbeit sehr schlecht uns im Spiegel anschauen können“, so Herr Seifert weiter.

 

Recovery

(Gesundung) Eine Recovery-orientierte psychiatrische Behandlung orientiert sich an vier Schlüsselwerten: Personenorientierung, Einbezug der Betroffenen, Selbstbestimmung und Wahlfreiheit sowie die Anerkennung eines Wachstumspotentials. Sie ist getragen von einer therapeutischen Haltung, die das autonom selbstbestimmte Wohl der Patienten ernst nimmt. Recovery versteht sich als ein individuell persönlicher, tiefgreifender, lebenslanger Prozess. Eine „Gesundung“ ist Änderungen unterworfen, nicht linear und auch bei schwersten Erkrankungen möglich.

Resilienz

Resilienz ist ein Begriff aus dem Fachgebiet der Psychologie. Er bezeichnet allgemein die Fähigkeit zu Belastbarkeit und innerer Stärke. In der Entwicklungspsychologie wird der Begriff Resilienz verwendet, wenn die Widerstandsfähigkeit von Kindern gemeint ist, die sich trotz belastender Umstände und Bedingungen normal entwickeln. Vor allem in der therapeutischen Arbeit seit den 70er Jahren wird verstärkt Wert darauf gelegt, dass KlientInnen eine innere Stärke ausbilden, um damit psychischen Störungen vorzubeugen. Resilienz in diesem Sinne ist die menschliche Fähigkeit, auf extreme Lebenssituationen oder wechselnde Anforderungen flexibel und angemessen zu reagieren, ohne mit psychischen Folgeschäden konfrontiert zu werden.

Rückblick auf die Fachtagungen zu den Entwicklungen von Online-Therapien

©Dachverband Gemeindepsychiatrie. Referenten und Veranstalter der Fachtagung „Gemeindepsychiatrie 2.0 – Chancen und Grenzen von E-Mental-Health II“

14.06.2017, von Marius Greuél, Geschäftsführer von Pinel Medizin

Im Zuge des neuen E-Health-Gesetzes von 2015 haben onlinebasierte Anwendungen, insbesondere auch die neuen Health-Apps, einen von Experten nicht zu erwartenden Innovationsschub erfahren. Da Ärzte und Therapeuten von Pinel Medizin hierzu des Öfteren von Patienten angesprochen werden, ist es wichtig, im Einzelfall auf die verschiedenen Angebote verweisen zu können. Vor diesem Hintergrund war es wichtig, im Rahmen der beiden zurückliegenden Fachtagungen im Dezember 2016 und im Mai 2017 die bestehenden Anwendungsmöglichkeiten ausgiebig zu diskutieren. Die beiden Tagungen veranstaltete der Dachverband Gemeindepsychiatrie zusammen mit Pinel Medizin.  (mehr …)

Salutogenese

(Gesundwerdung) Die Salutogenese ist ein auf den Medizinsoziologen Aaron Antonovsky (1923-1994) zurückgehendes Reselienz-Modell, das die kognitiven Bewältigungsstrategien zur Abwendung von Gesundheitsrisiken betont. Nach dem Salutogenese-Modell ist Gesundheit nicht als Zustand, sondern als Prozess zu verstehen.

Schematherapie

Die Schematherapie ist eine Form der Psychotherapie. Sie zählt zu den kognitiv-verhaltenstherapeutischen Therapien und erweitert diese um Elemente psychodynamischer Konzepte. Die Schematherapie geht davon aus, dass es bestimmte erlernte Grundschemata gibt, die in erster Linie die seelischen Grundbedürfnisse befriedigen und damit das Verhalten von Menschen stark beeinflussen. Die Schematherapie wurde zur Behandlung von chronischen, charakterologischen Aspekten psychischer Erkrankungen entwickelt.

Sonografie

Die Sonografie ist ein bildgebendes Verfahren in der Medizin, das auf dem Echoprinzip basiert, bei der organisches Gewebe mit Hilfe von nicht hörbaren und unschädlichen Ultraschallwellen untersucht werden kann. Das so entstandene Schwarz-Weiß-Bild wird gemeinhin als Ultraschallbild beziehungsweise Sonogramm bezeichnet.

Sozialgesetzbuch (SGB)

Das deutsche Sozialgesetzbuch stellt die systematische Erfassung des Sozialrechts dar. Im SGB sind seit 1969 schrittweise die wesentlichen Bereiche dessen geregelt, was heute dem Sozialrecht zugerechnet wird. Das Sozialgesetzbuch gliedert sich in bisher zwölf Bücher, die jeweils nur in sich mit fortlaufenden Paragraphen nummeriert sind und daher gesetzestechnisch als jeweils eigenständige Gesetze gelten. Beispielsweise beschreiben SGB V alle Regelungen der Gesetzlichen Krankenversicherung und SGB XI alle Regelungen im Bereich der Pflegeversicherung.

Soziotherapie

Soziotherapie ist eine definierte ambulante Versorgungsleistung für KlientInnen mit schweren psychischen Erkrankungen, die sie befähigen soll, adäquate medizinische Behandlungen in Anspruch nehmen zu können. Sie umfasst Trainings- und Motivationsmethoden sowie Koordinierungsmaßnahmen.

Tiefenpsychologie

Mit dem Begriff „Tiefenpsychologie“ sind alle psychologischen und psychotherapeutischen Ansätze gemeint, die den unbewussten seelischen Vorgängen einen hohen Stellenwert für die Erklärung menschlichen Verhaltens und Erlebens einräumen. Die zentrale Vorstellung dieses Ansatzes ist, dass in den Tiefenschichten der Psyche unbewusste Prozesse ablaufen, die das bewusste Seelenleben stark beeinflussen. Als Begründer der Tiefenpsychologie gilt Sigmund Freud (1856 – 1939).

Trialog

Nach der Wortbedeutung meint Trialog das Gespräch zwischen drei Beteiligten. Im Bedeutungsfeld der Psychiatrie ist damit ein modernes Therapie- und Begleitungskonzept gemeint, in dem Psychiatrie-Erfahrene, Angehörige und in der Psychiatrie Tätige gemeinsam projektbezogen arbeiten, so zum Beispiel beim Hometreatment und der Krisenpension. Aber das Konzept spielt auch in der Ex-In Ausbildung eine große Rolle.

Verhaltenstherapie

Mit Verhaltenstherapie wird ein Spektrum von Methoden im Fachgebiet der Psychotherapie bezeichnet. Diese bewerten das Modell der klassischen Konditionierung als zentral für die Abläufe in der menschlichen Psyche. Ein weiteres Merkmal verhaltenstherapeutischer Verfahren ist die Hilfe zur Selbsthilfe für den Klienten. Ihm sollen, nach Einsicht in Ursachen und Entstehungsgeschichte seiner Probleme, Methoden an die Hand geben werden, die ihn ermächtigen sollen, seine psychischen Beschwerden zu überwinden.

Verhinderungspflege

(auch: Ersatzpflege) „Pflegebedürftige mit Pflegestufe 0, 1, 2 oder 3 haben Anspruch auf Verhinderungspflege, wenn sie seit mindestens sechs Monaten von einem Angehörigen gepflegt werden und dieser vorübergehend verhindert ist.“ Verhinderungs­pflege ist somit eine Leistung der Pflegeversicherung nach SGB XI, die detailiert nach Umfang und Kosten im §39 geregelt ist und auch kurzfristig erteilt wird.

Vorsorgevollmacht

Die Vorsorgevollmacht ist eine besondere Form der Vollmacht, bei der eine Person einer anderen Person im Falle einer Notsituation alle oder bestimmte Aufgaben für den Vollmachtgeber erledigen darf. Mit der Vorsorgevollmacht wird der Bevollmächtigte zum Vertreter im Willen. Der Bevollmächtigte entscheidet somit an Stelle des nicht mehr entscheidungsfähigen Vollmachtgebers. Aufgrund der rechtlich großen Wirkung setzt die Vorsorgevollmacht ein unbedingtes und uneingeschränktes persönliches Vertrauen zum Bevollmächtigten voraus und sollte nicht leichtfertig erteilt werden.